VocabNote

Ein Vokabelheft führen, das wirklich funktioniert

Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit

Ein gutes Vokabelheft enthält mehr als ein Wort und seine Übersetzung. Notiere zu jedem Wort die Aussprache, eine kurze Definition in eigenen Worten, einen Beispielsatz und die Wörter, mit denen es normalerweise zusammen vorkommt. Ordne das Heft dann so, dass du Wörter wiederfindest und dich selbst abfragen kannst. Ein Heft, das du nie wieder aufschlägst, ist nur eine Liste.

Dieser Ratgeber zeigt, was du notieren solltest, wie du jeden Eintrag aufbaust und wie das Heft über Monate nützlich bleibt, nicht nur in der ersten Woche.

Was du zu jedem Wort notieren solltest

Die meisten Vokabelhefte scheitern, weil die Einträge zu dünn sind. „Reliable = trustworthy“ verrät dir die Bedeutung, aber nicht, wie man das Wort benutzt. Ein vollständiger Eintrag hat sechs Teile.

  1. Das Wort und seine Wortart. reliable (Adjektiv). Die Wortart sagt dir, wo das Wort im Satz steht. Wenn du bei Wortarten unsicher bist, ist die Lektion zu Adjektiven ein guter Einstieg.
  2. Aussprache. Schreib sie so auf, dass du sie später noch verstehst: die IPA-Lautschrift aus dem Wörterbuch (/rɪˈlaɪəbl/) oder deine eigene Notiz zur betonten Silbe (re-LI-able). Eine falsche Betonung ist ein häufiger Grund dafür, dass man ein Wort nicht versteht, das man eigentlich kennt.
  3. Eine kurze Definition auf Englisch. Halte sie einfach: „can be trusted to do what is expected“. Die Definition auf Englisch zu schreiben, auch nur grob, hilft dir, auf Englisch zu denken, statt zu übersetzen.
  4. Eine Übersetzung. Deine Muttersprache ist ein schneller Weg zur Bedeutung, besonders bei abstrakten Wörtern. Sie sollte nur nicht das Einzige sein, was du aufschreibst.
  5. Ein Beispielsatz. Behalte den Satz, in dem du das Wort gefunden hast, und füge einen eigenen hinzu: „My old laptop isn't very reliable, so I save my work often.“ (Mein alter Laptop ist nicht sehr zuverlässig, deshalb speichere ich meine Arbeit oft.)
  6. Wortpartner und Wortformen. Die Wörter, mit denen es oft vorkommt, und seine Wortfamilie: a reliable source, reliable information; rely on (Verb), reliability (Substantiv), unreliable (Gegenteil).

Das ist eine Menge, wenn man es für jedes Wort von Hand schreibt. Deshalb lohnt es sich, genau auszuwählen, welche Wörter ins Heft kommen (siehe unten).

Ein Layout zum Übernehmen

Gib auf Papier jedem Wort einen Block von vier oder fünf Zeilen und lass darunter Platz für spätere Notizen. So sieht ein vollständiger Eintrag aus:

reliable (adj.) · /rɪˈlaɪəbl/ · re-LI-able

  • Bedeutung: can be trusted to do what is expected
  • Übersetzung: (auf Deutsch)
  • Gefunden: „The bus service here isn't very reliable.“
  • Mein Satz: „My old laptop isn't very reliable, so I save my work often.“
  • Wortpartner: a reliable source, reliable information · rely on · unreliable

Achte auf die Präposition in rely on. Bei solchen kleinen Wörtern passieren viele Fehler, also markiere sie deutlich. Dasselbe gilt für Substantive: Notiere, ob ein Substantiv zählbar (an idea, two ideas) oder unzählbar ist (some advice, niemals an advice). Die Lektion zu zählbaren und unzählbaren Substantiven erklärt den Unterschied.

So ordnest du dein Vokabelheft

Es gibt nicht die eine richtige Struktur, aber entscheide dich für eine und bleib dabei. Drei Ansätze funktionieren gut.

  • Nach Datum. Trag die Wörter in der Reihenfolge ein, in der du ihnen begegnest, und schreib das Datum oben auf jede Seite. Das lässt sich am leichtesten durchhalten und macht das Wiederholen einfach: „Heute frage ich die Wörter von letzter Woche ab.“
  • Nach Thema. Eigene Abschnitte für Arbeit, Reisen, Gesundheit, Gefühle und so weiter. Das hilft, wenn du dich auf etwas Bestimmtes vorbereitest, etwa auf ein Vorstellungsgespräch, aber du musst bei jedem Wort entscheiden, wohin es gehört.
  • Nach Quelle. Ein Abschnitt pro Buch, Kurs oder Serie, mit der du lernst. So bleibt der ursprüngliche Kontext nah an jedem Wort.

Egal, wofür du dich entscheidest, ergänze noch eine Sache: eine Möglichkeit festzuhalten, wie gut du jedes Wort kannst. Ein einfaches System ist ein Punkt neben dem Wort, jedes Mal, wenn du es ohne Nachschauen richtig abrufst. Wörter ohne Punkt brauchen Aufmerksamkeit. Wörter mit drei Punkten kannst du seltener wiederholen.

Wähle Wörter, die sich lohnen

Du kannst nicht für jedes unbekannte Wort einen vollständigen Eintrag schreiben, und du solltest es auch gar nicht versuchen. Bevor du ein Wort aufnimmst, frag dich:

  • Habe ich es schon einmal gesehen? Ein Wort, das dir schon zwei- oder dreimal begegnet ist, ist wahrscheinlich häufig – es lohnt sich also, es zu lernen.
  • Würde ich es wirklich benutzen? Reliable passt in fast jedes Gespräch. Ein seltener Fachbegriff aus einem einzigen Artikel eher nicht, es sei denn, er stammt aus deinem Fachgebiet.
  • Ist die Bedeutung aus dem Kontext klar? Wenn du den Satz auch ohne das Wort verstanden hast, musst du es vielleicht nur wiedererkennen, nicht selbst benutzen. Dann reicht ein kürzerer Eintrag.

Phrasal Verbs verdienen eigene Einträge, weil ihre Bedeutung oft wenig mit den einzelnen Wörtern zu tun hat: give up, look after, put off. Die Lektion zu Phrasal Verbs zeigt, wie sie funktionieren.

Mach das Heft zur Wiederholungsgewohnheit

Ein Vokabelheft hilft nur, wenn du damit übst, Wörter abzurufen. Ein paar Gewohnheiten machen das leicht:

  • Deck die rechte Seite ab. Knick die Seite um oder nimm eine Karte, um Definition und Beispiele zu verdecken, und versuch dann, jedes Wort aus dem Gedächtnis zu erklären.
  • Frag dich andersherum ab. Lies deine Definition und versuch, auf das englische Wort zu kommen.
  • Wiederhole nach Plan. Schau dir neue Wörter am nächsten Tag an, dann wieder nach etwa einer Woche und noch einmal nach etwa einem Monat.
  • Schreib schwache Einträge neu. Wenn dir ein Wort immer wieder entwischt, füge ein neues Beispiel hinzu, das persönlicher oder anschaulicher ist.

Sich selbst abzufragen fühlt sich schwerer an als Nachlesen, und genau darum geht es: Wenn du ein Wort aus dem Gedächtnis hervorkramen musst, bleibt es hängen.

Papier oder App?

Papier ist flexibel, es schreibt sich angenehm darauf, und manchen hilft schon das Schreiben selbst beim Merken. Seine Grenzen zeigen sich nach ein paar hundert Wörtern: Einträge sind schwer zu durchsuchen, du musst deinen Wiederholungsplan selbst organisieren, und du kannst nicht hören, wie ein Wort klingt.

Eine App kann dir die sich wiederholenden Teile abnehmen. In VocabNote zum Beispiel gibst du ein Wort ein und bekommst eine Notiz mit Aussprache, Wortart, Definition, einer Übersetzung in deine Sprache, Beispielsätzen und einem Lerntipp. Du kannst sie in deiner Wortliste speichern, später danach suchen, sie dir vorlesen lassen und dich in einem Quiz dazu abfragen. Welche Wörter wichtig sind, entscheidest aber weiterhin du, und deine eigenen Sätze schreibst du selbst – genau dieses Nachdenken sorgt dafür, dass Wörter hängen bleiben.

Was du auch benutzt, die Regel bleibt gleich: weniger Wörter, vollständigere Einträge, regelmäßiges Abfragen.

Zusammenfassung

  • Notiere sechs Dinge pro Wort: Wortart, Aussprache, Definition, Übersetzung, Beispiele und Wortpartner.
  • Entscheide dich für eine Ordnung (nach Datum, Thema oder Quelle) und bleib dabei.
  • Schreib vollständige Einträge nur für Wörter, die du wirklich benutzen wirst.
  • Halte den Fortschritt bei jedem Wort fest, und frag dich nach Plan ab, statt nachzulesen.